Indien! Rajasthan! Bei dem Begriff erstrahlen sofort Bilder von Frauen in bunten Saris, kunstvollen Paläste, opulenten Tempel und undurchdringlichen Basaren vor meinem inneren Auge. Doch das, was ich während dieser Rundreise erleben sollte, dem konnten kein Dokumentarfilm, kein Reiseführer und keine Berichte gerecht werden. Man muss es erLEBEN.
3 Wochen, über 3.500km und 18 muntere Wikinger. Mit Bus, Tuktuk, Fahrradrikscha, auf Kamelen und hoch
auf dem Elefantenrücken bereisten wir diese Region Indiens. So vielfältig die Bewegungsmöglichkeiten, so zahlreich die Erlebnisse.
Tag 1-2. Ankunft am Flughafen in Delhi. Neugierig wird bereits am Gepäckband Ausschau gehalten. Wer könnte wohl ein
mitreisender Wikinger sein? Eine halbe Stunde später waren wir versammelt. Bunt zusammengewürfelt standen sich vier Paare, 8 allein reisende Damen und ein allein reisender Herr gegenüber. Sohan, unser einheimischer Reiseleiter, begrüßte uns mit fließendem Deutsch und schaffte es die heitere und erwartungsvolle Stimmung noch ein wenig zu steigern. Auf der Fahrt ins Hotel
erklärte er, dass wir die nächsten 3 Wochen wie eine Familie sein würden. Was am Anfang noch ein wenig absurd klang, sollte sich aber im Laufe der Reise bewahrheiten. 
Während unserer Reise waren wir durchgehend in guten Hotels der Mittel- bis gehobenen Klasse untergebracht. Einige davon waren sogenannte Heritage-Hotels, ehemalige Paläste, die zu Hotels umgebaut wurden. Nach einer kurzen Pause zum frisch machen, begann das Abenteuer Indien!
Mit unserem Reisebus, klimatisiert, erkundeten wir die Sehenswürdigkeiten Delhis und waren zunächst eingeschüchtert von dem Trubel auf den Straßen. Sohan führte uns gewissenhaft von Ort zu Ort und erklärte ausführlich die Bedeutung und geschichtlichen Hintergründe der einzelnen Monumente. Immer wieder erheiterte er mit netten Anekdoten die Erläuterungen, sodass wir ihm gerne zuhörten. Auf unserer Streife durch Delhi besichtigten wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt und besuchten am Abend einen Sikh-Tempel. Nachdem wir unsere Schuhe ausgezogen und unsere Köpfe bedeckt hatten, durften wir ins Innere eintreten. Gläubige murmelten in einem Singssang Gebete, Glocken und Gongs erklangen und fremde Gerüche hingen in der Luft. Dies war eine der intensivsten Erfahrungen, die wir machen sollten.
Nach einem aufregenden ersten Tag fielen wir erschöpft ins Bett. Am nächsten Tag sollte auch schon ein Höhepunkt der Reise folgen.
Das vielleicht berühmteste Bauwerk der Liebe versetzte uns mal wieder in Staunen. Wie auf Wolken scheint es zu schweben und ein nicht enden wollender Besucherstrom bewegte sich zu seinen Füßen. Doch allein dieser faszinierte uns. Noch nie wurde ich in so kurzer Zeit so oft angelächelt und gefragt ob man mit mir ein Foto machen dürfte wie dort. Gerne, im Gegenzug erhielt ich wunderschöne Aufnahmen von Frauen in kunstvollen Saris, jungen Indern und ganzen Familien. Die wahrscheinlich schönsten Erinnerungen. Überwältigt von der Pracht und der Wirkung auf die Menschen saßen wir abends lächelnd im Bus und waren mit uns und der Welt im Reinen.
Tag 4. Früh am Morgen des nächsten Tages erreichten wir das UNESCO-Weltkulturerbe „Fathepur Sikri“. Da wir als erste Gruppe vor Ort waren, konnten wir die Stille und mystische Stimmung, die über der Anlage schwebte, ganz für uns genießen. Man
spürte wahrhaftig den Geist der einstigen Herrscher in den fein ziselierten Mauern. Papageien flogen durch die Luft und Affen grinsten vom Dach. Eine andere Welt! Als Kontrastprogramm zur reichen Kultur, durchstreiften wir am Nachmittag per 
Fahrradrikscha den Nationalpark Bharatpur. Zahlreiche Vogelarten lassen sich erspähen wie z.B. der Kingfisher oder der Buntstorch.
Tag 5.-7. Wir hatten nun die Großstädte hinter uns gelassen und befanden uns in ländlicheren Regionen. Wir begegneten
Frauen mit Wasserkrügen auf dem Kopf, Kamel- und Ochsenkarren im Straßenverkehr und Chai trinkenden Herren am Wegesrand. Langsam fühlte sich auch unsere Familie heimisch. Nur für die Bewohner waren wir eine Sehenswürdigkeit, sodass
sogar ein Reporter des Lokalfernsehens auftauchte um mit Sohan und uns ein Interview zu führen. Im Jeep begaben wir uns auf Tigersafari. Zwei Mal suchten wir, leider vergeblich, den König des Djungels im Ranthambore Nationalpark. Dennoch hatte die Fahrt tolle Aufnahmen der Tierwelt Rajasthans hervorgebracht. Hirsche und Antilopen, ein Krokodil und unglaublich vielfältige Landschaften. Eifersüchtig waren wir trotzdem, als wir eine andere Reisegruppe trafen, die ganze 20 Minuten lang einen Tiger beim Verspeisen einer Antilope ablichten konnte.
Tag 8.-9. Wir verließen die Natur und begaben uns über Bundi als Zwischenstation nach Udaipur, dem Venedig des Ostens. Der berühmte Stadtpalast mit Blick auf das „Lake Palace Hotel“, das schon als Drehort für einen James Bond Film diente, verschlug uns abermals die Sprache. Bunt bemalte Fassaden, unzählige verschnörkelte Fenster und überall Mosaike aus bunten Glas- und Spiegelscherben. Ein Hauch von tausend und einer Nacht!
Tag 10.-11. Nach zwei Tagen reinen Kulturprogramms zog es uns Wikinger wieder in die Natur. Dieses Mal aktiv, wie auch das Motto von Wikinger verspricht. Also Wanderstiefel geschnürt und ab in die Aravelli Berge. Wir unternahmen zwei Wanderungen von ja drei Stunden Gehzeit. Die erstere führte uns von einem Fort zunächst über deren Burgmauern entlang zu einem leicht steilen Abstieg ins Tal. Einen Bachlauf folgend lernten wir so die grüne Landschaftsvariante Rajasthans kennen und einige meiner Mitwanderer erspähten sogar Flusskrebse im Wasser. Große Freude bereiteten wir den Kindern in einem Dorf, als wir ihnen ein wenig Süßes zusteckten. Touristen verirren sich nur selten in diese Gegend und so bekamen wir einen authentischen Eindruck in den Alltag des Bergdorfes. Während der zweiten Wanderung liefen wir konstant zu Füßen der Kumbhalgarh Festung. Auch hier erspähten wir einheimische Tiere. An die Affen in den Bäumen waren wir mittlerweile gewöhnt, aber die Eidechsen taten es unseren Kameras an. Erschöpft von der ungewohnten Bewegung, nach so vielen Busfahrten, waren wir glücklich als wir nach unserer Mittagsrast wieder von unserem lächelnden Busfahrer abgeholt wurden.
Tag 13. Das nächste Highlight für mich sollte schon bald folgen. Jaisalamer! Allein der Klang des Namens bereitet mir schon Freude. Unwirklich schwebt die Stadt über dem Wüstensand. Die Altstadt betörte mich mit seinen unzähligen, verwinkelten Gassen, kunstvollen Havelis und dem bunten Basar. Da schlägt das Herz höher und das nicht nur wegen der unzähligen Souvenir Einkaufsmöglichkeiten. Dem Bann Jaisalamers ist nur schwer auszuweichen und so wundert es nicht wirklich, dass hier zahlreiche Aussteiger hängen geblieben sind. Uns blieb leider nur ein Nachmittag in diesem Märchen, denn am nächstenTag sollte unser 3-tägiges Wüstenabenteuer beginnen.
Tag 14.–16. Man hört ja viel von Kameltouren. Schaukeln soll es, anstrengend für den Rücken sein, ungewohnt hoch… Aber keiner bereitet einen darauf vor, was der Perspektivwechsel bewirkt. Die Landschaft wird komplett anders wahrgenommen. Aber der Reihe nach. Wir treffen also am Ausgangspunkt unserer Tour ein. Nach einem köstlichen Mittagessen (inklusive) wurden uns die Kamele mit jeweiligem Kameltreiber zugeteilt. Ich durfte die kommenden 3 Tage auf dem Rücken von Kali verbringen. Ob sie mir deshalb zugeteilt wurde, weil sie mit rosa Schleifchen geschmückt war, oder ihre Glöckchen zu meinen in Jaisalamer erstandenen Fußkettchen passten, ich weiß es nicht. Tatsache ist, dass ich mit dieser Fügung sehr zufrieden war. Nachdem das Aufsitzen und Aufstehen!, was die wahre Kunst ist, überstanden waren, schritten wir gemächlich los. Erst am zweiten Tag trauten
die Kameltreiber uns das Traben zu. Wir übernachteten in für uns aufgebauten Zeltcamps. Bei unserer Ankunft stand bereits alles bereit, Doppel- sowie Einzelzelte, das Essenszelt, sowie für Männlein und Weiblein getrennte Toilettenzelte. Selbst der Chai war schon aufgesetzt und wurde mit Keksen gereicht. Zum Abendessen erwartete uns ein 3-Gang-Menü, wovon keiner von uns es
für möglich gehalten hätte, dies in der Wüste zu zaubern. Wirklich schmackhaft. Nach dem Essen lud uns Sohan noch zu einer Rum-Cola am Lagerfeuer ein. Die Sterne über uns waren zum Greifen nah und als ein Mitreisender ein Lied anstimmte sangen wir nur zu gerne die melancholische Melodie mit. Es war definitiv einer der unvergesslichsten Momente dieser Reise. 
Das Kameltrekking an sich verband unsere „Familie“ noch ein wenig fester miteinander. Und selbst die Kameltreiber wurden Teil davon. Dank Sohan, der uns immer wieder einige leichte Redewendungen auf Hindi beibrachte, konnten wir uns sogar ein wenig
verständigen. Mein Kameltreiber war so angetan davon, dass er mich immer wieder Sätze auf Hindi wiederholen ließ, deren Bedeutung ich erst viel später von Sohan erfahren sollte. Sab tik tak he! Alles ist bestens! Am dritten Tag viel der Abschied von Kali und der Begleitmannschaft unerwartet schwer. Doch unsere Reise sollte noch weiter gehen…
Tag 17. Die nächste Etappe führte uns nach Pushkar. Einer der Wahlfahrtsorte Indiens! Die Badetreppen erstrecken sich rund um den See und eifrige Priester baten uns gegen ein kleines Entgelt an, für uns und unsere Liebsten zu beten. Für unsere Gruppe zeichnete sich Pushkar hauptsächlich durch unser wunderbares Hotel aus. Das Jagat Palace Hotel, ein 4**** Haus, ist im Stil eines alten Maharadscha-Palastes erbaut. Jedes Zimmer ist individuell gestaltet. Mit Himmelbett, Wandmalereien und Chaiselongues. So ließe es sich als Maharani aushalten. Leider schwelgten wir nur eine Nacht an diesem Ort, den der letzte Höhepunkt stand bevor.
Tag 18.-19. Eine Halbtagesfahrt brachte uns nach Jaipur. Die Pink City, Wohnort von Sohan und Standort des berühmten Palast der Winde. Unsere letzten zwei Programmtage in Rajasthan sollten uns noch einmal überwältigen. Der Besuch bei Sohans Familie Zuhause gab tiefe Einblicke in den Alltag und das Leben einer mittelständischen, indischen Familie. Es wurden Fotoalben ausgepackt und Stolz von der Hochzeit der Söhne und der Geburt der ersten Enkelin erzählt. Frau und Schwiegertochter lächelten uns schüchtern zu und servierten Chai. Und wieder einmal konnten wir zwei Herzen mit unseren paar Brocken Hindi für uns gewinnen. An kulturellen Sehenswürdigkeiten hat Jaipur auch einiges zu bieten. Auf einer Riksha-Fahrt bekamen wir einen ersten Einblick in die Altstadt und den Basar. Am Folgetag sollten die ausführliche Besichtigung des Observatoriums, Stadtpalastes und der wohl schönsten Fassade der Welt folgen. Unübertrefflich war natürlich der Ritt auf dem Elefanten hoch zum Amber-Fort. 100 Elefanten dürfen täglich
1000 Touristen auf ihrem Rücken befördern. Und so stellten wir uns nur zu gern in die Touristenschlange um zu diesen tausend zu gehören. Bunt bemalt, mit Glöckchen an den Füßen und munter trompetend erwarteten uns die Dickhäuter. Ein wenig mulmig war mir schon beim Einstieg in die Howda, aber ein Erlebnis war es alle Mal. Hoch oben, im Innenhof, wurden wir von indischen Musikern unter lautem Getrommel in Empfang genommen. Und wieder einmal spürte ich meinen Herzschlag!
Tag 20.–21. Und schon waren drei bezaubernde Wochen vorbei. Der nächste Tag brachte uns einen 8-stündigen Rücktransfer nach Delhi, bevor es nach einer kurzen Nacht zum Flughafen ging und zurück nach Deutschland.
Was lässt sich letztendlich über die Reise sagen? Sie zieht einen in den Bann, hält einen gefangen und erscheint so unwirklich, wie man es nicht für möglich hält. Selbstverständlich gab es Magenverstimmungen, Dreck und hin und wieder ein Ziehen in der Nase. Doch all dies wird nach wenigen Tagen zu einer Selbstverständlichkeit, dass man nach der Rückankunft in Deutschland die
Kühe auf der Straße sucht. Was für mich unvergesslich bleibt, ist die Offen- und Herzlichkeit der Menschen. Ich habe noch nie in einem Leben 3 Wochen am Stück nur gelächelt. Ich wünsche mir für mich, ein wenig davon für den Alltag hier beibehalten zu können, als Gegenleistung für das Stück meines Herzens, das ich an dieses Land verloren habe…
Phir milenge, Nicole Kuhn
Ich bin gerade von einer Wikingerreise wieder gekommen, die viel zu schön ist, um sich die – vorerst letzte – Gelegenheit entgehen zu lassen sie kennen zu lernen.
Und zwar von einer der vielfältigsten karibischen Antille, der Dominikanischen Republik!
Für Kurzentschlossene im Februar 2012 mit dem Dom-Insider Thomas Frischmuth (ich habe dort als Entwicklungshelfer gearbeitet). Das garantiert natürlich, dass keine Musik ungehört, kein Lied ungetanzt, kein Rum ungetrunken und kein Gewässer unbebadet bleibt : )
Auf dieser Aktivrundreise lernt man tatsächlich alles kennen, was die Karibik zu bieten hat: von der ältesten Kolonialaltstadt über den höchsten Berg, einsame Strände, Dschungel & Nebelwälder, Rum & Zigarren, Leguane & Flamingos, Kunst & Musik.
Und das Superschmankerl: just im Februar ist nämlich die beste Zeit, um in der Bucht von Samana Wale zu beobachten! Zwischen Januar und März kommen jedes Jahr tausende von Buckelwale aus der Arktis zum Balztanz in den Nordosten der Dominikanischen Republik. Die Bucht von Samana zählt weltweit zu einem der besten Plätze, um das einzigartige Naturschauspiel dieser bis zu 15 Meter langen und 40 Tonnen schweren „Akrobaten der Meere“ erleben zu können.
Warum im Februar 2012 vorerst der letzte Termin ist?
Ob der schlechten Buchungen in den letzten Jahren kann man nur vermuten, dass die dominikanische Republik für die meisten nur für All-Inclusive steht. Was den Aktivreisenden, die die Insel erkunden natürlich freut, nämlich, dass die meisten Urlauber brav in ihren Strandhotels bleiben und nicht überall die Fotomotive verstellen, ist natürlich schade für alle, die von der Insel nichts sehen. Aber einen Imagewandel als Urlaubsdestination zu schaffen dauert natürlich lange (Mallorca lässt grüßen).
Und was macht die Reise nun so spannend?
Das wichtigste ist natürlich das Kennenlernen DER Institution des dominikanischen gesellschaftlichen Lebens, des „Colmados“: ob Einkauf, Tratsch, Bier & Rum, Musik & Tanz, alles findet hier zusammen.
Auch die anderen kulturellen und kulinarischen Highlights werden wir uns nicht entgehen lassen. Seien es Livekonzerte in kolonialer Atmosphäre, das Geheimnis der Zigarrenherstellung, zeitgenössische karibische Kunst, oder den ganzen Prozess der süßen Sünde zu verfolgen: vom Pflanzen eines eigenen Kakaobaumes bis zur Herstellung der eigenen Schokolade.
Aber für wandererprobte Wikinger-Aktive ist der Höhepunkt sicherlich das 3 tägige Trekking auf den „Pico Duarte“: Durch Dschungel und Nebelwälder geht’s zum Sonnenaufgang auf den höchsten Berg der Karibik (3.100 Meter)!
Und am Ende der Reise werden sich die 2 geplanten Strandtage gewiss noch als zu kurz erweisen: neben dem Walewatching werden wir die Zeit nutzen können, um per Jeep/Boot/zu Fuß spektakuläre einsame Stränden und Wasserfällen zu erkunden.
zur Reise: http://www.wikinger-reisen.de/fernreisen/suedamerika/4301.php
Thomas Frischmuth
Reiseleiter
Hallo,
ein weiterer Artikel ueber Taiwans Berge. Wir wandern in der Nähe des Hehuanberges.
Claudius
Reiseleiter
Ich bin mit einem Teil der Gruppe und unserer Reiseleiterin, Kerstin Wagner, via München mit einem Propellerflugzeug nach Genua geflogen. Wegen Luftturbulenzen über Genua sind wir weiter bis nach Pisa geflogen. Wir erhielten einen Extra-Transfer von der Lufthansa nach Genua, wo wir anschließend von unserem Transferunternehmen abgeholt wurden. Die restliche Gruppe
aus Frankfurt, die in Genua gelandet ist, haben wir im Hotel abends angetroffen. Nach einem Sektempfang und einer Vorstellungsrunde, wurden wir von unserer Reiseleiterin über die anstehenden Touren informiert. Auf einer großen Karte hat sie die Wandergegend in und um Portofino aufgemalt.
Das gehobene Hotel Monte Rosa liegt im historischen Zentrum und unter den typischen Arkaden von Chiavari. Vom Bahnhof läuft man ca. 10 Minuten, bis zum Strand dauert es nochmals 3 Minuten. Morgens wurden wir pünktlich von den Kirchenglocken geweckt, der Wecker hat somit seine Funktion für die verbleibenden 7 Tage verloren. Die Zimmer haben alle einen Fernseher mit einem deutschen Sender (ZDF), Telefon, Minibar, Safe, Ventilator und Föhn. Das Hotel bietet zudem eine große Terrasse mit Swimming-Pool und Jacuzzi, eine Bar, einen PC mit Internetzugang und einen Saal mit Sitzmöglichkeiten, die wir für unsere täglichen Informationstreffen genutzt haben.
Das reichhaltige Frühstücksbüfett verfügt über viele Sorten Aufschnitt, Käse, verschiedene Brotsorten, Marmeladen, Ei, Gebäck, weitere italienische Backwaren, Tee, Kaffee, Milch und Saft. Abends haben wir immer Menükarten extra für unsere Wikinger-Gruppe erhalten. Damit konnte man sich den passenden Wein zum Essen aussuchen, vom Restaurantchef wurden wir profund über die Weinsorten beraten. Das Essen wurde von allen Mitreisenden sehr geschätzt. Für die Mittagsverpflegung hatten wir die Möglichkeit vor jeder Tageswanderung Brot, Salami, Käse etc. einzukaufen.
Grundsätzlich ist zu den Wanderungen anzumerken, dass die Gehzeiten der 2-Siefel-Kategorie entsprechen, jedoch sind die Höhenunterschiede eine klare 2-3-Stiefel-Tour. Ein großer Vorteil dieser Reise ist, dass man alle Transfers per Zug macht. Dadurch ist jeder Teilnehmer unabhängig, diejenigen, die eine Wanderung als ein bisschen zu anstrengend betrachten, können den 2. Teil der Wanderung auslassen und im jeweiligen Ort verweilen und anschließend mit dem Zug zurück nach Chiavari fahren.
Am Morgen des zweiten Tages gingen wir zu unserer ersten Tageswanderung los. Von Chiavari sind wir mit dem Zug nach Santa Margherita gefahren. Von dort sind wir erstmals über die Pietre-Settre-Strecke, auf Deutsch Portofino-Konglomerat (wegen der verschiedenen Steinsorten die wie Puddinggestein aussehen), zum Leuchtturm Semaforo Nuovo gelaufen und nach einer Mittagsrast nach Camogli gewandert. Zwischendurch hat Kerstin eine detaillierte Karte, die sie selber gezeichnet hat, mit Fauna & Flora der Region vorgestellt. Je nach Höhenunterschied konnte man sehen, welche Pflanzen und Tierarten in dieser Region vorkommen. Begeistert haben sich Kinder um die Karte versammelt und Kerstin Löcher in den Bauch gefragt. Es war sehr amüsant zuzusehen, wie sich 20 Kinder auf einmal mit Kerstin auf Italienisch unterhielten. Am Abend hatten wir dann einen Italienisch-Kurs mit Kerstin, somit konnten wir uns für die nächsten Tage in Ligurien mit neuen Begriffen wappnen.
Am dritten Tag ging es von der Schiefer-Stadt Lavagna, wo auch heute noch Schiefer für Dächer und Treppenstufen abgebaut wird, über den Höhenweg Pass Monte Capenardo nach Setri-Levante. Eine tolles Gefühl, durch Kiefer und Pinienwäldern zu wandern und mit allen Sinnen zu genießen, der Geruch von Pinienbäumen und der Geschmack der Früchte von italienischen Erdbeerbäumen, die eher wie kleine Litschis aussehen. In Sestri-Levante angekommen, konnten wir das italienische Flair der Altstadt einatmen, bevor wir zur unvergesslichen Bucht “Baia del Silenzio“ geschlendert sind. Es ist ein toller Ort für einen Aperitif mit Sandstrand und zum Schwimmen sehr geeignet, da die Bucht gut geschützt ist und zudem das Wasser im Oktober noch warm ist (um die 20 Grad).
Heute geht die Wanderung (Tag 4) von Camogli über San Fruttuoso nach Portofino. Über endlose Treppenstufen erreichen wir die Kirche vom heiligen San Rocco, dem Schutzpatron der Hunde. Viele Italiener wandern mit ihren Hunden hierher, um Schutz beim heiligen San Rocco für ihre Liebsten zu ersuchen. Anschließend geht es durch Olivenhaine runter zum Kloster San Fruttuoso, die kleine und nette Bucht lädt zum Verweilen ein. Danach sind wir gemütlich nach Portofino gewandert. Unterwegs hat uns Kerstin einige Strophen vom berühmten Lied “Azzuro“ von Adriano Celentano ausgehändigt, zusammen haben wir dann versucht, das Lied nachzusingen. Immer wieder hat es Kerstin geschafft, uns positiv zu unterhalten. Die Stadt Portofino ist berühmt für den Jet-Set, an der Strandpromenade habe ich dementsprechend einen Jet-Set-Preis von € 7 für ein kleines Bier bezahlt und einen Hauch vom Reich & Schön-Sein eingeatmet. 
Wetterbedingt haben wir den freien Tag auf heute, den fünften Tag, vorverlegt. Angeboten wurde entweder mit Kerstin nach Genua mit Stadtbesichtigung und Besuch des Aqua-Parks zu fahren oder selbst etwas unternehmen. Ich bin mit einer Mitreisenden nach Bonassola zum Standorthotel unserer Cinque-Terre Reise gefahren. Ein Wikinger-typisches Hotel in einer sehr
idyllischen und ruhigen Gegend von Bonassola, davor befindet sich eine Kiesbucht. Zitat meiner Begleiterin “Ein Ort für die Seele“. Anschließend sind wir weiter mit dem Zug in die wundervolle Gegend “Cinque Terre“ nach Riomaggiore gefahren. Von
dort aus sind wir über den Liebesweg nach Manarola, die zweite Ortschaft der Cinque Terre gelaufen. Meines Erachtens ist Manarola das schönste Dorf der Cinque-Terre, die meisten jedoch finden Vernazza noch schöner. Nach Speis & Trank wollten wir eigentlich weiter bis nach Corniglia, jedoch ist der Weg wegen Erdrutschgefahr während der Nebensaison fast immer geschlossen. Deshalb haben wir den Zug nach Corniglia genommen und das 3. Dorf der Cinque-Terre besichtigt.
Durch die Umstellung am Vortag hatten wir auch heute (Tag 6) die Möglichkeit, frei zu entscheiden. Die Gruppe hat sich auf die Cinque-Terre geeinigt. Glücklicherweise waren die restlichen 3 Cinque-Terre-Dörfer auf dem Programm, die ich am Vortag zeitlich nicht mehr geschafft hatte anzusehen. Wir sind von Levanto aus nach Monterosso gewandert. Von dort aus hat sich die Gruppe aufgeteilt. Ein Teil ist dort geblieben und in die Stadt eingetaucht, die Mehrheit der Gruppe ist über einen wundervollen Höhenweg nach Vernazza, zum 2. Dorf der Cinque-Terre gewandert. An der Steinpromenade gab es köstliche Pizza mit einem Rotwein aus der Region. Ich selber war wie immer ins Wasser gegangen, herrliches Erlebnis, ich bin in Höhlen an der Küste geschwommen und bin die Felsen hoch geklettert.
Bei der letzten Wanderung sind wir von Rapallo aus nach Santurio di Monteallegro gelaufen. Nach einem steilen Aufstieg sind wir durch Kastanienwälder und verschiedenste mediterrane Sträucher hinauf bis zum Monte Pegge gelaufen, oder auch „Lasagne-Berg“ genannt, wegen der verschiedenen Kalkschichten übereinander. Vom Gipfel (774m) aus hatte man eine wunderbare Aussicht auf den Golf von Tigullio. Anschließend sind wir mit der Seilbahn runter nach Santurio gefahren von wo aus wir zurück nach Chiavari gefahren sind.
Am Abreisetag sind wir dann mit Wehmut zum Flughafen gefahren und nach
einer langen Abschiedszeremonie zurück nach Deutschland geflogen.
Fazit der Reise: Tolle Gruppe, flexibles Programm, begeisternde/ motivierende Reiseleiterin mit profunden Kenntnissen über Kultur, Land und Leute, super Wetter, sehr leckeres Essen und tolle Kombination Wandern & Schwimmen.
Viele Grüße,
Behzad Marvie
„Barcelona – da
wollte ich schon immer mal hin
by Bike – da kann
man bestimmt viel mehr von der Stadt sehen“
das waren meine ersten Gedanken als ich von der Fahrradstädtereise „Barcelona by Bike“ hörte. Nachdem ich mir einen Fahrradhelm gekauft hatte (in Spanien besteht Helmpflicht), konnte die Reise starten. Wir Gäste aus Düsseldorf mussten früh aufstehen, da der Abflug bereits um 06:00 h morgens erfolgte. Dafür wurden wir in Barcelona mit einem schönen Sonnenaufgang entschädigt.
Unser Reiseleiter Ramon Pereira nahm uns am Flughafen in Empfang. Vor dem Taxi-Transfer zum Hotel erfolgte eine kurze Besprechung über den Tagesablauf, der durch die unterschiedlichen Ankunftszeiten der einzelnen Gäste individuell gestaltet werden konnte. Da Ramon in Barcelona lebt, konnte er uns wertvolle Tipps geben, wie wir den Tag gestalten können. So besichtigten wir die berühmte römisch-katholische Basilika Sagrada Familia (liegt nur ca. 15 Min. zu Fuß vom Hotel entfernt). Der Bau, der von Antoni Gaudí im neukatalanischen Stil entworfenen Kirche ist bis heute unvollendet. Er wurde 1882 begonnen und soll nach jüngsten Prognosen 2026 abgeschlossen sein.
Das Hotel Sant Pau liegt in der nordöstlichen Innenstadt. Die Zimmer sind mit Bad/WC, Föhn, SAT-TV, Telefon und Klimaanlage ausgestattet. Das Abendessen fand immer in unterschiedlichen Restaurants statt. Es bestand immer aus 3 Gängen und man hatte stets die Wahlmöglichkeit pro Gang.
Unsere erste Radtour startete auf dem höchsten Berg der Stadt, dem Tibidabo. Bereits der Transfer dorthin per Taxi und historischer Straßenbahn gab uns einen ersten Einblick über die Vielfältigkeit der Stadt zwischen Berg und Meer. Zunächst
radelten wir hoch über der Stadt entlang der Carretera de les Aigues. Es wurde mehrmals gestoppt, damit wir den wunderbaren Panoramablick über Barcelona genießen konnten. Dazu erklärte Ramon uns die Geschichte der Stadt und der einzelnen Bauwerke. Besonders der Zwist zwischen Katalonien und Spanien bzw. der Nationalstolz der Katalonen weckte unser Interesse, da man eins sofort in Barcelona merkt: die Nationalflagge und Sprache Kataloniens stehen immer „an erster Stelle“. Steht man zum Beispiel vor einem öffentlichen Gebäude, erfolgen die Erklärungen immer zuerst in Katalan, dann in Spanisch und dann in Englisch. Nach
der Abfahrt in die Stadt folgte eine kleine Mittagspause, bevor wir gestärkt die klassischen Highlights wie das gothische Viertel, die Kathedrale und dieRamblas erkundeten. Auch dort konnte man zu meinem grossen Erstaunen gut Fahrrad fahren,
und nicht, was ich insgeheim erwartet hatte: Fahrrad schieben durch die Innenstadt. Die Tour endete an den Stränden in der Nähe des Port Olimpic. Manche Gäste nutzen die Gelegenheit und wagten den Sprung ins kühle Nass – was aber bei ca. 24°C Wassertemperatur eine angenehme Erfrischung darstellte.
Am nächsten Morgen ging es wieder zum Port Olimpic. Von dort fuhren wir durch weitere Stadtteile Barcelonas und den Plaza Espana auf den Montjuic, dem Hausberg Barcelonas. Hier oben fanden 1929 die Weltausstellung und 1992 die olympischen
Spiele statt. Unser erster Stopp gewährte uns einen Blick ins Olympiastadion, bevor es weiter zum Highlight der heutigen Tour ging: dem Aussichtspunkt auf der Seilbahnstation am Montjuic. Von hier hatte man einen wunderschönen Ausblick, hauptsächlich über den Hafen, aber auch über das Zentrum. Nach einer kleinen Mittagspause fuhren wir wieder hinunter in die Stadt und kamen zum Ausgangspunkt der Tour. Bevor wir zum zweiten Teil der Tour aufbrachen, beendete ein Teil der Gruppe die Tour, um Innenstadt, Museum etc. zu Fuß zu besichtigen. Der andere Teil erkundete mit Ramon weitere Stadtteile. Vorbei an der Stierkampfarena, in der Mitte September der letzte Stierkampf Kataloniens stattgefunden hat, wurden hauptsächlich die neueren Stadtteile und deren prägende Bauten erkundet. Am Ende an den Stränden des Port Olimpic gab es dann kein Halten mehr: nach 30°C Lufttemperatur erfolgte die wohltuende Abkühlung im Meer.
Meine ersten Gedanken zur Reise (s. o.) wurden nicht enttäuscht: per Bike sieht man sicherlich mehr von der pulsierenden Metropole Barcelona zwischen Berg und Meer. Empfehlenswert ist jedoch ein, zwei Tage länger in Barcelona zu bleiben, um sich das ein oder andere Gebäude näher anzuschauen und in die Stadt, das Nachtleben und den Flamenco „einzutauchen“.
Viele Grüße,
Silke Kossmann




